Rheinhessen und Wald

07.07.2016 17:12 von Gemeinde Waldalgesheim

Pressemitteiling der OG Waldalgesheim vom 30.06.2016

Ortsbürgermeister Stefan Reichert zahlreiche Interessierte, als Dr. Gerhard Hanke sein Buch über Rheinhessen vorstellte

In der „Rattener Stube“ (Keltenhalle) begrüßte Ortsbürgermeister Stefan Reichert zahlreiche Interessierte, die mit dabei waren, als Dr. Gerhard Hanke sein Buch über Rheinhessen vorstellte. Stefan Reichert freute sich ausdrücklich, dass sein Vorgänger im Amt dieses Buch in Waldalgesheim einem interessierten Publikum näher zu bringen. Der Autor berichtete über 200-jährige Eichen im „Vorholz“, einem Waldgebiet zwischen Alzey und Kirchheimbolanden, das in Rheinland-Pfalz eines gleichen sucht.

„Auf 55 ha bilden die Eichen einen einmaligen Waldbestand, der die Arbeit von Generationen von Forstleuten darstellt. Natürlich gibt es in Rheinhessen noch keine Wölfe, aber nördlich von Frankfurt wurde in diesem Jahr ein Wolf auf der Autobahn überfahren. In der Westpfalz wurde ein Wolf bestätigt. Die Rückkehr des Wolfes in Rheinhessen bzw. in unserer Region ist möglich, aber noch nicht wahrscheinlich“, so der Autor. Dagegen gibt es in den rheinhessischen Wäldern ideale Bedingungen für Wildkatzen und inzwischen haben sich auch die Waschbären in ganz Rheinhessen ausgebreitet. Zwei Persönlichkeiten aus Rheinhessen, die viel für den Wald getan haben, waren einige Geschichten wert. So wurde in Flonheim bei Alzey Wilhelm Schlich, Sohn eines evangelischen Pfarrers geboren, der lange Zeit für die indische Forstwirtschaft zuständig war, in Indien an eine Forstschule und in England ein forstliche Fakultät gegründet hat. Aufgrund seiner Verdienste wurde Wilhelm Schlich, später William Schlich, britischer Staatsbürger und wurde aufgrund seiner Verdienste für Großbritannien in den Adelsstand erhoben.

Unser Mitbürger, Erich Naujack, der 20 Jahr Oberbürgermeister der Stadt Bingen war, war eine Zeit lang oberster Repräsentant des deutschen Waldes. In dieser Position hat er sich besonders für die Belange des Waldes in Deutschland eingesetzt.

Auf über 188 Seiten wird in dem Buch von Dr. Hanke die Vielfältigkeit der Wälder in Rheinhessen erläutert. Zahlreiche waldbauliche und naturschutzwürdige Raritäten gibt es, so die Sarmatische Steppe, Auewälder, naturbelassene Wälder und Vieles mehr. Statistiken über die  Nutzung der Waldflächen in Rheinhessen, Waldnutzungen, zeichnen einen interessanten Spannungsbogen übe die Geschichte des Waldes, die heutige Nutzung und die Möglichkeiten für die Erholung und den Naturschutz. Darüber hinaus wird der Einfluss der Menschen auf den Wald im Ballungsraum Rheinhessen deutlich. Seit gut 2.000 Jahren wurde der Wald in Rheinhessen intensiv genutzt und auch gerodet. Kelten, Römer, Franken und viele andere haben die Landschaft in Rheinhessen gestaltet, den Wald in vielen Bereichen auf Heute nur noch 6.500 ha zurückgedrängt.

Gespannt hörten die Zuhörerinnen und Zuhörer dem Bericht des Autors zu. Ortsgemeinde und Heimatfreunde Waldalgesheim hatten zu diesem Treffen eingeladen. Der Vorsitzende der Heimatfreunde, Hans-Jürgen Schepp und sein Stellvertreter, Günter Münch, stellten gemeinsam fest, dass der Bericht über das Buch „Wald und Waldgeschichten in Rheinhessen„ sehr interessant war.

Das Buch ist im Rathaus der Ortsgemeinde Waldalgesheim für 28 Euro und im Buchhandel zu erwerben. Mit dem Erwerb garantieren die Herausgeber Dr. Gerhard Hanke aus Waldalgesheim und Hans Steinbronn aus Mainz, ein echter Waldfreund, für jedes verkaufte Buch einen Baum zu pflanzen. „Selbstverständlich ist es für mich eine Ehre, dass wir auch in Waldalgesheim nach derzeitigem Stand mehr als 100 Bäume pflanzen werden“, verspricht Dr. Hanke.

Waldalgesheim, den 30.06.2016

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